2018 – ein geniales Rebjahr

Im letzten Jahr kam alles zusammen, was wir Winzer zu Weihnachten auf einem Wunschzettel notieren würden: ein erfreulicher Austrieb der Rebstöcke, kein Frost, ein sehr früher Blühbeginn, zügiges Triebwachstum und kaum Schädlinge oder Pilzkrankheiten. Kurzum, die Reben haben sich im mediterranen Klima des Jahres 2018 wohl gefühlt. Die Wärme und die aussergewöhnlich lang anhaltende Trockenheit von Mai bis Oktober haben die älteren Rebstöcke mit ihren tiefen Wurzeln gut verkraftet. Um unseren hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden, reduzierten wir im Sommer den üppigen Traubenbehang konsequent. Die Laubarbeiten haben wir den extremen Klimabedingungen angepasst, so blieben die Trauben vor zu viel direktem Sonnenlicht geschützt.

2018 – ein geniales Rebjahr
Pinot-Gris-Trauben

Traumherbst im Spätsommer

Hätten Sie uns gefragt, wie ein perfekter Herbst in unseren Träumen aussieht, dann würde unsere Beschreibung wohl voll auf die Traubenlese 2018 zutreffen: Trauben wie gemalt – wunderschön, süss, aromatisch, gesund und perfekt gereift! Dem Vegetationsvorsprung entsprechend, starteten wir mit der Traubenlese bereits am 31. August bei sommerlichen Temperaturen – so früh wie noch nie. Da fast alle Sorten gleichzeitig reif wurden, waren es für uns und unser Traubenlese-Team sehr intensive Tage. Wir nutzten die Morgenstunden, um die Trauben möglichst kühl in den Keller zu bringen. An 17 Tagen, verteilt auf vier Wochen, haben wir die gesunden und aromatischen Trauben mit durchschnittlich 15 Helferinnen und Helfer gelesen, meist in kurzen Hosen und im T-Shirt.

Traumherbst im Spätsommer
Regula Jauslin

Nachhaltigkeit

Die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Rebflächen liegt uns am Herzen, weil wir den nachfolgenden Generationen einen gesunden und vitalen Boden weitergeben wollen. Wir säen vermehrt artenreiche Begrünungspflanzen, um vielen Nützlingen und anderen Kleinlebewesen ein Zuhause zu bieten. Durch die ausgewogene, bunte Bepflanzung und eine gezielte Bodenbearbeitung schaffen wir eine gute Balance. Natürlich trägt auch die Förderung der gefährdeten heimischen Weinbergtulpe Tulipa sylvestris zur Nachhaltigkeit bei. Um den schönen Tulpenbestand zu erhalten und zu fördern, betreiben wir auf einem Rebacker weiterhin den traditionellen und arbeitsaufwändigen «Stickelbau».

Nachhaltigkeit
Tulipa sylvestris

Trockenmauern

Vielleicht ist Ihnen beim letzten Spaziergang durch die Reben am Wartenberg etwas aufgefallen. Im Rahmen des «Aufwertungsprojekts Rebberg – Zinggibrunn» und in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzverein Muttenz durften auch wir an verschiedenen Stellen Objekte wie Trockensteinmauern, Schürfungen und Holzstapel in unsere Weinberge integrieren. Die Mauern sollen neuen Lebensraum für Flora und Fauna schaffen. Dabei bieten die Zwischenräume 
zwischen den Steinen zahlreiche Schlupfwinkel für Kleintiere und Insekten sowie Platz für spezifische Pflanzenarten. So fördern wir das Überleben einer vielfältigen Flora und Fauna. Zugleich sind diese Erhaltungsmassnahmen eine ökologische wie auch ästhetische Bereicherung für den Muttenzer Rebberg.

Trockenmauern
Trockenmauer mit Mergelweg