2017 – das Frostjahr

Die Natur machte uns im letzten Jahr einen gewaltigen Strich durch die Rechnung: Nach einem verheissungsvollen Frühlingsstart schlug der Frost in der Nacht auf den 20. April 2017 eiskalt zu. In den Wochen zuvor war es ungewöhnlich warm, so dass die Reben bereits früh fleissig austrieben. Doch die noch jungen zarten Triebe hielten den tiefen Temperaturen von minus 4 Grad und der Nässe nicht stand. Am Morgen erwartete uns ein trauriger und trostloser Anblick. Im ganzen Muttenzer Rebberg war alles nur noch grau und verdorrt. Frostschäden dieses Ausmasses haben wir bei uns noch nie gesehen. Wir stellten uns auf einen kompletten Ausfall der Ernte 2017 ein.

2017 – das Frostjahr

Glück im Unglück

Glück im Unglück

Im Mai wurde die befürchtete Ernteeinbusse zur Gewissheit: Häufig trieben nur noch unfruchtbare, schlafende Augen aus Stämmen und Köpfen der Reben. Dennoch waren wir dankbar, dass die Rebstöcke überlebt hatten. Es wurde wieder grün im Rebberg und es waren sogar einzelne Trauben sichtbar. Dank dem schönen Sommer und viel Pflege war der zweite Austrieb gut. Wir hatten nur auf einen sehr geringen Ertrag Aussicht, der Aufwand im Rebberg blieb jedoch gleich. Ein sonniger Spätsommer und der milde Herbst liessen die wenigen Trauben immerhin gut reifen. Die Lese oder besser das Zusammensuchen der Trauben begann bereits Mitte September. Am Ende  blieb uns nur ein Zehntel einer Durchschnittsernte.

Wahre Winzerfreunde

Wahre Winzerfreunde

Wir standen vor der Entscheidung, praktisch keine 2017er-Weine anbieten zu können oder Trauben zu erwerben. Wir haben uns entschieden, unsere Kundschaft nicht im Stich zu lassen. Glücklicherweise konnten wir erstklassige Trauben von befreundeten Schweizer Winzern zukaufen. Wir sind sehr dankbar für die Hilfe unserer Winzerfreunde in der Bündner Herrschaft, im Aargau und in der Westschweiz. Ihre Früchte waren vom Frost nicht so hart betroffen. Zusammen mit den eigenen Trauben können wir immerhin 40 Prozent der für uns üblichen Weinmenge keltern. Auf den Weingütern bei der Traubenlese zu helfen, war für uns ein besonderes Erlebnis. So konnten wir uns vor Ort überzeugen, dass die Trauben unseren Qualitätsansprüchen genügen.

Reinen Wein einschenken

Reinen Wein einschenken

Im Keller konnten wir uns auf die wenigen, dafür aber vielversprechenden Fässer konzentrieren. Wir sind sicher, dass auch die Weine mit der Vermählung Muttenz – Schweiz unverkennbar unsere Jauslin-Handschrift tragen. Für einmal also bieten wir unsere 2017er-Weine als Vin du Pay Suisse an. Einzig vom Pinot Gris konnten wir eine kleine Menge reinen Muttenzer keltern. Wir freuen uns, 2018 unsere im Holz gereiften 2016er-Rotweine La Tour, Lion Rouge und Hohle Gasse anbieten zu können. Dafür wird es im nächsten Jahr keine 2017er Barriqueweine geben. Wir möchten unserer Kundschaft reinen Wein einschenken, sie soll wissen, woher ihr Wein stammt. Und das Rebjahr 2017 soll nicht nur als Krisenjahr, sondern auch als Jahr der grossen Chancen in Erinnerung bleiben.